Süße Trauben, saftige Äpfel, nahrhafte Bananen – all diese Obstsorten, gehören bereits seit Urzeiten zur Ernährung des Menschen dazu. Immerhin taucht der verlockende Apfel bereits in der Bibel auf. Bei heutigen Darstellungen von römischen Gelagen sehen wir, wie ganze Obstberge genüsslich verspeist werden. Und immer wieder halten wir uns vor Augen, dass die Menschen früher viel gesünder und vitaminreicher gespeist haben. Aber stimmt das wirklich? Waren unsere liebsten Obstsorten immer schon so frisch und knackig wie wir sie heute kennen und die Welt früher ein Schlaraffenland?

Nicht ganz. Die Kelten und Germanen sollen sich seinerzeit hauptsächlich von Fleisch und Getreide ernährt haben – kein Wunder, denn die meisten Obstsorten, die ihnen damals zur Verfügung standen, sind mit ihren heutigen Nachfahren im Geschmack nicht zu vergleichen. Das gilt zum Beispiel für Äpfel. So süß und knackig wie unsere heutigen Kulturäpfel waren ihre Vorfahren bei Weitem nicht. Die Äpfel früherer Zeiten waren vor allem klein, steinhart, holzig und sehr sauer. Die Germanen zerstießen sie zu Most. Die Römer sollen über Äpfel gespottet haben, dass sie sogar Schwerter stumpf machen könnten – so sauer seien sie. Erst die Kultivierung durch Menschenhand hat dazu geführt, dass durch geschickte Kreuzungen bekömmliche und süß schmeckende Apfelsorten entstanden sind.

Heute stehen vor allem die negativen Seiten des industriellen Obst- und Gemüseanbaus im großen Stil im Vordergrund. Unter anderem hat die Massenproduktion zu einem dramatischen Rückgang der Sortenvielfalt und Biodiversität geführt. Dennoch ist nicht zu vergessen, dass erst die Kultivierung von Früchten ihren genussvollen Verzehr überhaupt möglich gemacht hat.

Der erste Apfel wurde übrigens etwa 10.000 vor Christus in Kasachstan kultiviert. Von dieser besonderen Sorte, dem Ur-Apfel, kann man übrigens heute noch Saatgut kaufen.

Der wilde Pfirsich war vor 6000 Jahren nur etwa 2 Zentimeter groß und schmeckte sogar leicht salzig. Er hatte eine wachsartige, feste Schale sowie einen riesigen Kern. Heutige Pfirsichsorten enthalten etwa 90 Prozent Fruchtfleisch. Der wilde Pfirsich nur etwa 65 Prozent.

Die Ur-Banane wurde erstmals vor 7000 Jahren in Asien kultiviert. Sie enthielt durchgängig Samen und ähnlich wie der Ur-Pfirsich nur sehr wenig Fruchtfleisch. Wer eine ungefähre Vorstellung davon bekommen möchte, wie die Banane zu Beginn ihrer Kultivierung geschmeckt hat, kann in eine rohe Kochbanane mit ihrem harten, faserigen Fruchtfleisch beißen. Die heutige Banane ist nicht nur süßer und samenlos, sie enthält zudem deutlich mehr Nährstoffe.

Die Wassermelone gab es bereits vor etwa 5000 Jahren im alten Ägypten. Allerdings waren sie damals lediglich 5 Zentimeter groß und bitter im Geschmack. Zudem war sie im Inneren von dicken, ungenießbaren Trennwänden durchzogen.

Mehr spannende und witzige Infos zu den Ursprüngen unserer Obst- und Gemüsesorten findet ihr bei Faktastisch:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=5x6fpO6w8sU

Lust auf was Neues? Bei Made My Day gibt es dieses Video über seltene und ungewöhnliche Früchte, die ihr vermutlich noch nie gesehen habt:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=EI3UKlluxgQ