Granatapfelkerne schmecken köstlich frisch und stecken voller wertvoller Vitamine – wenn es nur nicht so schwierig wäre, ohne Sauerei an die begehrten Kerne heranzukommen. Nicht nur das Ablösen der bitteren Zwischenhäute ist eine nervige Arbeit, die nur Fingerfertige mit Freuden hinbekommen. Sobald die Kerne mit einem Messer oder Löffel angeschnitten werden, spritzt der stark färbende Saft in alle Richtungen und versaut Kleidung oder die Kücheneinrichtung. Die Hälften einfach auszupressen, ist auch keine Lösung, da dann auch der bittere Geschmack der Häute in den Saft übergeht. 

Im Internet dagegen versprechen immer wieder Lifehacks, dass es auch möglich ist, einen Granatapfel ohne Sauerei und innerhalb kürzester Zeit zu entkernen. Wir haben für Euch die drei häufigsten Tricks ausprobiert.

Lifehack 1: Klopfen bitte

Der häufigste Tipp: Man soll den Granatapfel vorsichtig rundherum einschneiden, aufbrechen und die Hälfte mit Fingerspitzengefühl und etwas Kraft vorsichtig auseinanderziehen. Die Kerne werden anschließend mit einem Messerrücken aus den Hälften geklopft.  Die ungeliebten Häute sollen dabei weitestgehend in der Fruchthälfte verbleiben. Spritzen soll es gar nicht.

Funktioniert’s? Ja, aber es dauert und geht keineswegs so sekundenschnell wie in vielen Videos behauptet wird. Zudem unterscheiden sich die Früchte. Manche sind sehr fest und die Kerne so dicht gedrängt, dass auch kräftiges Klopfen und sorgsames Auseinanderziehen nicht hilft. Dafür gibt’s tatsächlich keine Sauerei und die widerspenstigsten Exemplare werden einfach per Hand nachgepult.

Eine Videoanleitung dazu von „Der Kochsoap Kanal“ gibt’s hier:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=eKaAnDBY2Eg

Lifehack 2: Unter Wasser schälen

Es klingt so einfach. Man nehme einen Granatapfel, schneide ihn auf und zerteile jede Hälfte wiederum in vier Stücke. Dann legt man alle Stücke in eine Schüssel mit Wasser und entnimmt  unter Wasser die Kerne. Der Vorteil: Es spritzt nicht und die dünnen Häutchen müssen nicht mühsam herausgesammelt werden – die schwimmen nämlich oben.

Funktioniert’s? Na ja… das Achteln des Granatapfels sorgt schon für reichlich Sauerei. Unter Wasser spritzt es zwar nicht, dafür sieht man aber auch nichts, weil die durchtrennten Kerne sofort das Wasser einfärben. Praktisch ist tatsächlich, dass die Häutchen oben schwimmen und einfach abgeschöpft werden können. Die nassen Kerne müssen je nach Verwendungszweck erst noch abtropfen, bevor sie beispielsweise über herzhafte Speisen gestreut werden (was zum Beispiel bei gebratenem Hähnchen oder Chili-Kürbis sehr lecker sein kann). 

Eine Anleitung dazu gibt’s bei „CALLEkocht – Die Kochschule“ unter:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=AWTZYF4_2ZQ

Lifehack 3: Erst pellen, dann pulen

In unserem 3. Lifehack ist die Herangehensweise eine ganz andere. In dem Fall wird der obere Deckel des Granatapfels so gekappt, dass kein Fruchtfleisch zerschnitten wird. Dann wird die Schale von außen eingeritzt und in acht Streifen, ähnlich wie Blütenblätter, unterteilt. Schließlich wird der Granatapfel unter ständigem Drehen und leichtem Druck auseinandergebrochen. Die weißen Häute, die sich oben auf dem Granatapfel befinden, können abgenommen werden. Anschließend wird die Frucht auf den Kopf gestellt und die Schale mit einem Kochlöffel abgeklopft.

Funktioniert’s? Ja, wenn es denn gelingt, den Granatapfel auseinanderzubrechen, ohne dass die Frucht beschädigt wird. Dann funktioniert die Klopftechnik tatsächlich auch noch effektiver als beim ersten Lifehack. Aber auch hier gilt: Je fester die Frucht, desto schwieriger wird es, den Granatapfel aufzubrechen und die Kerne zu lösen. Ganz grundsätzlich aber passt der Tipp: Ein Granatapfel sollte niemals geschnitten werden, da sofort reichlich Fruchtsaft austritt und ein Teil des Ertrages verloren geht. Anritzen und aufbrechen ist da die weitaus geschicktere Variante.

Die Video-Anleitung dazu von „To Sun“ findet ihr hier:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=0uKJrb42144