Im Frühjahr ist Pflanzzeit und für viele gehört es einfach dazu, sich Lieblingsgemüse wie Tomaten zu Hause selbst zu ziehen. Doch gelingt das auch mit den beliebtesten Obstsorten?
Bei den meist verspeisten Obstsorten in Deutschland liegt der Apfel ganz weit vorn. Liegt es da nicht nahe, sich aus den Kernen der persönlichen Lieblingssorte ein Apfelbäumchen zu ziehen? So einfach ist das leider nicht.

Der Apfelkern braucht Kälte zum Keimen

Wer einfach nur einen Apfelkern in die Erde steckt, kann lange darauf warten, dass da etwas wächst. Und das ist auch gut so, denn die Natur hat an dieser Stelle klug vorgesorgt. Äpfel werden bis tief in den Herbst hinein reif. Wenn die Äpfel dann am Boden verrotten und ihre Kerne in die Erde geraten, tun sie gut daran, nicht gleich zu keimen. Schließlich steht der Winter unmittelbar bevor und in der kalten Jahreszeit würde kein Keimling überleben. Erst nach dem Frost und bei wärmer werdenden Temperaturen beginnt der Apfelkern, sich zu entwickeln. Dafür sorgen spezielle Enzyme, die über den Winter abgebaut werden.

Für uns Hobbyzüchter zu Hause bedeutet das: Wenn wir Apfelkerne zum Keimen bringen wollen, müssen wir ihnen erst den Winter vorgaukeln. Das gelingt zum Beispiel, indem man sie luftdicht verschlossen in einer Vorratsdose im Kühlschrank aufbewahrt – und zwar für etwa 4 bis 8 Wochen. Immer wieder sollte ein frischer, leicht feuchter Lappen auf die Kerne gelegt werden. Wenn sie kräftig gekeimt haben, können sie vorsichtig in die Erde gesetzt werden.

Eine detaillierte Anleitung mit vielen Tipps gibt es im Video von The Handyman:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=X3VKnlT8HLU

Ähnlich wie Apfelkerne werden übrigens auch Mangokerne zum Keimen gebracht. Dafür müsst Ihr lediglich den inneren Kern aus dem großen, holzigen Mangokern herauslösen. Anschließend wird der innere Kern wie oben in befeuchtetes Küchentuch eingepackt und in einer Vorratsdose luftdicht verschlossen. Aber Achtung, das war es auch schon mit den Ähnlichkeiten. Denn der Mangokern kommt nicht in den Kühlschrank, sondern braucht einen warmen Platz mit mindestens 20 Grad. Nach ein paar Wochen zeigt sich dann die erste Jungpflanze, die sich übrigens als Zimmerpflanze ganz hervorragend macht.

Mehr hilfreiche Tipps zur Mango-Zucht gibt es hier von SkullGold:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=t9CLD0AAEps

So zieht Ihr euch einfach und schnell eine Kiwi-Pflanze

Deutlich einfacher könnt Ihr einen Kiwi-Baum fürs Wohnzimmer ziehen. Ihr braucht lediglich einige von den kleinen schwarzen Samen aus dem Fruchtfleisch, die ihr vorsichtig abwaschen und von Fruchtfleisch befreien solltet. Anschließend legt ihr die Samen auf Anzuchterde, besprüht diese mit Wasser und zieht Frischhaltefolie über den Blumentopf, um einen Treibhauseffekt zu erzeugen. Die Kiwisamen beginnen nun zu keimen und können nach einigen Wochen bereits separiert und umgesetzt werden.

Wie Ihr weiter vorgehen solltet, erfahrt Ihr im gut erklärten Beitrag von Philognosie:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=VIj6EeP8BLY

Mit einer ähnlichen Vorgehensweise könnt ihr auch eigenen Ingwer ziehen. Die Ingwerknolle sollte 2 Tage lang in kalkfreies Wasser (zum Beispiel Regenwasser) eingelegt werden. Anschließend wird sie auf Anzuchterde gelegt und nur ganz dünn mit Erde bedeckt. Dann kommt wie oben beschrieben eine Folie drüber. Die Knolle sollte selten gegossen werden, die Erde sollte keinesfalls nass werden. Einige Wochen dauert es nun, bis sich Wurzeln und Triebe bilden.

Einen ausführlichen Erfahrungsbericht dazu gibt es bei Detlef Römisch:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=nQIiIqqKVKc